Das Bier wird im Neustädter Brauhaus in einer Anlage der Firma Ziemann gebraut. Es werden ausschließlich tschechische Rohstoffe verwendet, d. h. tschechisches Malz und Saazer Hopfen. Es wird klassisch gebraut: Sudwerk, Gärkeller, Lagerkeller. Das Malz wird zuerst geschrotet und derart aufbereitet unter ständigem Rühren in kaltes Wasser geschüttet.
Dann folgt das sog. Maischen bei einer allmählichen Erhöhung der Temperatur auf 75°C. Bei diesen Temperaturen wandeln sich stärkehaltige Substanzen mit Hilfe der Enzyme Alpha- und Beta-Amylase in zuckerhaltige Stoffe, Maltose und Dextrine um. Die vollständige Verzuckerung wird mit Hilfe der Jodreaktion kontrolliert. Jod färbt Stärke blau und Zucker gelb. Nach Feststellung der Verzuckerung wird ein Teil der Maische ca. 20 Minuten gekocht und nach dem Kochen in den Rest des Ansatzes zurück gepumpt, der sich im Läuterbottichen befindet, wo die Temperatur 75 - 76°C nicht übersteigen darf, da eine höhere Temperatur die weitere Tätigkeit der Enzyme stören würden, was Einfluss auf den Geschmack des Bieres hätte. Der gesamte Maischprozess dauert ca. 3 Stunden.
Es folgt das Läutern der Würze, bei dem das Malz (Treber) von der Würze getrennt wird.
Die derart geläuterte Würze wird in den Würzekessel umgepumpt, wo sie anschließend mit dem Hopfen gekocht wird, sog. Hopfenkochen. Der Hopfen wird der Würze in drei Dosen zugegeben. Das gesamte Kochen dauert 8 - 10 Stunden.
Nach dem Kochen des Biers, d.h. von 15 hl heißer Würze, wird diese über einen Durchflußkühler, wo sie auf 6°C abkühlt, in die Gärtanks des Gärkellers gepumpt. Hier wird der Würze eine spezielle Art Brauereihefe zugesetzt. Durch die Gärung wandeln sich die zuckerhaltigen Stoffe in Äthylalkohol um und gleichzeitig entsteht Kohlendioxid. Beim Gären erwärmt sich das junge Bier in den Tanks und deshalb muss seine Temperatur jeden Tag kontrolliert werden, damit sie 12°C nicht übersteigt. Bei höheren Temperaturen degeneriert die Hefe, das Bier hat einen schlechteren Geschmack und es entweicht mehr Kohlendioxid in die Luft. Deshalb haben die Gärtanks auch einen doppelten Mantel und werden im Bedarfsfall mit unterkühltem Wasser gekühlt. Vor der Fassabfüllung, d. h. dem Pumpen des Biers in den Keller, wird das junge Bier auf 6°C abgekühlt. Die Hefe, die sich auf dem Tankboden absetzt, wird vorsichtigen abgelesen: nur ihr Kern kann wiederverwendet werden. Außerdem muss die Hefe gründlich mit frischem, einwandfreiem Wasser gespült werden. Die Hefe kann insgesamt 6x verwendet werden.
Im Lagerkeller liegt das Bier 4 - 6 Wochen in den Lagertanks. Hier setzt sich ein Teil der Hefe ab und das Bier reichert sich selbst mit Kohlendioxid an. Danach wird das Bier in die Ausschanktanks zum Verzehr gepumpt. Neustädter helles oder dunkles 11° Lagerbier ist ein ungefiltertes Bier mit einem Alkoholgehalt von 4,0 - 4,3 %. Die in diesem Bier enthaltene Hefe ist die Quelle des Vitaminkomplexes der Reihe B und weiterer Mineralstoffe.